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Der Ursprung des Namen “Loreto Aprutino” lässt sich auf das römische Zeitalter zurückführen und den Lorbeerwald (lat. Laurus), der das Tal beherrschte, in dem heute der schöne mittelalterliche Ort liegt. Loreto Aprutino blickt tatsächlich auf antike Wurzeln zurück, die weit über die Zeit der ersten christlichen Siedlungen hinaus reichen. Die Ruinen einer antiken römischen Villa, eines der Göttin Feronia gewidmeten Tempels, sowie die altitalische Nekropole in Colle Fiorano und Farina – Cardito bezeugen, dass die Gegend bereits seit dem VI Jahrhundert vor Christus bewohnt war. Nach dem Glauben der antiken römischen Religion besaß die Göttin Feronia die Gabe der Fruchtbarkeit und der Üppigkeit. Das Städtchen, das im frühen Mittelalter unter dem Namen “Castrum Laureti” bekannt war, wurde 1071 zu einer normannischen Grafschaft und zwei Jahrhunderte später von Konrad von Anjou erobert. Bis 1806 geriet es abwechselnd in den Besitz der mächtigsten Familien. Für die über tausendjährige Geschichte der Stadt legen nationale Denkmäler und die kommunalen Museen Zeugnis ab, die die Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart bilden. Besonders hervorzuheben sind die Kirche Santa Maria in Piano, das Schloss „Castello Chiola“ und das Keramikmuseum „Museo Acerbo delle ceramiche di Castelli“, das Antiquarium „Casamarte“, das Völkerkundemuseum über die Landkultur, das Ölmuseum mit seinen Gerätschaften. Die Kirche Santa Maria in Piano, zurückzuführen auf 1280 n. Chr., wird von herrlichen Fresken aus dem XIV – XVI Jahrhundert geschmückt, die das Leben des Heiligen Thomas von Aquin erzählen, des Dominikanermönches, der von 1225 bis 1274 n. Chr. lebte. Seine Familie regierte die Stadt über mehrere Jahrzehnte. Außerdem befindet sich in der Kirche das großartige Fresko des Jüngsten Gerichts, dem sie ihre Auszeichnung als Nationaldenkmal verdankt. Das Schloss “Castello Chiola” besitzt vormittelalterlichen Ursprung, seine Festungsmauern lassen sich auf das Jahr 864 n. Chr. datieren. Ab dem XIII wurde die ehemalige Festung zum adligen Wohnsitz und durch die wechselnden Besitzer langsam zu Grunde gerichtet. Der Kauf und der Wiederaufbau durch die Familie Chiola (1843 – 1995) lässt sie wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen. |
Das Keramikmuseum “Museo Acerbo delle Ceramiche di Castelli” erweckt bei Liebhabern weltweites Interesse durch seine historisch bedeutende Sammlung, die die größte Anzahl von Keramiken aus der Zeit vom XVII bis zum XIX Jahrhundert n. Chr. umfasst, unter der sich sehr seltene Stücke aus der Produktion der berühmten Brüder Grue und der Familie Gentili befinden, deren Arbeiten an den Höfen ganz Europas besonders gefragt waren. Das Antiquarium “Antonio Casamarte” stellt eine Sammlung von 300 archäologischen Fundstücken aus Stein, Keramik und Metall aus, die ausschließlich aus der Umgebung stammen und auf einen Zeitraum von der Altsteinzeit bis zum Mittelalter zurückzuführen sind. Die Wirtschaft von Loreto Aprutino stand immer im Zusammenhang mit ihrer Jahrtausende alten Tradition der Olivenproduktion, der die Institutionen ein Denkmal setzen und somit die Riten und Überlieferungen als unschätzbaren Besitz der Gemeinschaft erhalten möchten. Das Olivenmuseum “Museo dell’Olio” stellt, abgesehen von Dokumenten und Bildern, das Beispiel eines alten Mahlwerks für das Pressen der Oliven aus, das vom Ende des zweiten Weltkrieges stammt und ein Prototyp für die aktuelle Mahltechnik ist. Das regionale Zentrum für Natives Olivenöl Extra sammelt die besten Öle aus allen Teilen der Region und verfügt über einen professionellen Verkostungsraum. Der Heilige Zopito, Schutzpatron der Stadt, war ein christlicher Märtyrer, dessen sterbliche Überreste bereits vor Jahrhunderten aus den Katakomben von San Calisto in Rom nach Loreto Aprutino gebracht wurden. Seit 1710 wird sein Andenken während der rituellen Prozession am Pfingstmontag gefeiert. Der religiöse Umzug wird von einem weißen Ochsen begleitet, auf dem ein weißgekleidetes Kind sitzt. Der Ochse wird zu einem Kniefall vor der Statue des Heiligen Zopito gebracht und symbolisiert somit die Überlieferung, die vom Ochsen berichtet, der niederkniete, als die Gebeine des Heiligen während ihres Transportes von Rom nach Loreto Aprutino das Feld der Familie Parlione erreichten. |